Ausländerrecht: Die verschiedenen Aufenthaltstitel zum Zwecke der Erbwerbstätigkeit in Deutschland und die Blaue Karte EU

Das deutsche Aufenthaltsgesetz hat die Zielsetzung, die Zuwanderung nach Deutschland unter den Gesichtspunkten der wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Interessen der BRD zu steuern.

Unter dieser Prämisse wird insbesondere die Zuwanderung hochqualifizierter Arbeitnehmer nach Deutschland gefördert.

Mit dem Aufenthalt zum Zwecke der Erwerbstätigkeit befasst sich Kapitel 2 Abschnitt 4 des Gesetzes über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz, AufenthG).

Auch hinsichtlich des Aufenthaltes zum Zwecke der Erwerbstätigkeit ist dabei grundsätzlich zwischen den drei verschiedenen Aufenthaltstiteln zu unterscheiden, welche das Aufenthaltsgesetz vorsieht.

Aufenthaltstitel_nach_dem_AufenthaltsGMit der Umsetzung der Hochqualifizierten-Richtlinie wurde die Richtlinie 2009/50/EG des Rates vom 25. Mai 2009 über die Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen zur Ausübung einer hochqualifizierten Beschäftigung umgesetzt und ein neuer Aufenthaltstitel, die Blaue Karte EU, eingeführt.

Die Blaue Karte EU ist ein befristeter Aufenthaltstitel, das heißt, bei erstmaliger Erteilung wird diese auf höchstens vier Jahre befristet.

Wenn der vorzulegende Arbeitsvertrag eine Geltungsdauer von weniger als vier Jahre hat, wird die Blaue Karte EU auf die Dauer des Arbeitsvertrages zuzüglich drei Monate ausgestellt.

Ein Inhaber der Blauen Karte EU kann sich bis zu zwölf Monate außerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufhalten, ohne dass dieser dadurch die Blaue Karte EU verliert.

Folgende Möglichkeiten sieht das Aufenthaltsgesetz vor, um interessierten Ausländern den Aufenthalt in Deutschland zum Zwecke der Erwerbstätigkeit zu ermöglichen:

Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Beschäftigung § 18 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit § 18 Abs. 3 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit § 18 Abs. 4 Satz 1 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit für eine Beschäftigung im öffentlichen Interesse § 18 Abs. 4 Satz 2 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis für qualifizierte Geduldete mit Abschluss in Deutschland § 18a Abs. 1 Nr. 1 a AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis für qualifizierte Geduldete mit einem anerkannten oder vergleichbaren Hochschulabschluss und zwei Jahren ununterbrochener Beschäftigung § 18a Abs. 1 Nr. 1 b AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis für qualifizierte Geduldete, die als Fachkraft seit drei Jahren ununterbrochen eine Beschäftigung ausgeübt haben § 18a Abs. 1 Nr. 1 c AufenthG

– Niederlassungserlaubnis für Absolventen deutscher Hochschulen § 18b AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche § 18c AufenthG

– Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte § 19 AufenthG

– Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte ohne Zuordnung nach Abs. 2 § 19 Abs. 1 AufenthG

– Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierten Wissenschaftler § 19 Abs. 2 Nr. 1 AufenthG

– Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte Lehrperson § 19 Abs. 2 Nr. 2 AufenthG

– Blaue Karte EU für Regelberufe § 19a i.V.m. § 41a Abs. 1 BeschV

– Blaue Karte EU für Mangelberufe § 19a i.V.m. § 41a Abs. 2 BeschV

– Niederlassungserlaubnis für Inhaber Blaue Karte EU § 19a Abs. 6 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung § 20 Abs. 1 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis für in einem anderen EU-Mitgliedstaat zugelassenen Forscher § 20 Abs. 5 S. 1 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit § 21 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit (wirtschaftliches Interesse), § 21 Abs. 1 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit (völkerrechtliche Vergünstigung), § 21 Abs. 2 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit (Freiberufler) § 21 Abs. 5 S. 1 AufenthG

– Niederlassungserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit (nach 3 Jahren) § 21 Abs. 4 S. 2 AufenthG

– Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit (Absolvent inländischer Hochschule) § 21 Abs. 2a AufenthG

Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrages ist nach bestem Wissen und Kenntnisstand erstellt worden. Die Komplexität und der ständige Wandel der behandelten Materie machen es jedoch erforderlich, Haftung und Gewähr auszuschließen.

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