{"id":6085,"date":"2021-12-01T14:37:34","date_gmt":"2021-12-01T14:37:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mth-partner.de\/?p=6085"},"modified":"2025-12-08T15:20:02","modified_gmt":"2025-12-08T15:20:02","slug":"einbuergerungsrecht-chinesische-staatsangehoerige-begehrt-einbuergerung-bei-ungeklaerter-identitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mth-partner.de\/en\/naturalization-law-chinese-citizen-seeks-naturalization-despite-unresolved-identity-issues\/","title":{"rendered":"Naturalization Law: Chinese Citizen Seeks Naturalization Despite Unresolved Identity Issues"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Beschaffung von Identit\u00e4tsnachweisen gilt eine bis zur Grenze der Unzumutbarkeit umfassende Mitwirkungspflicht des Antragstellers der Einb\u00fcrgerung.<\/p>\n<p>Folgende Ma\u00dfnahmen sind den Antragstellern f\u00fcr eine Einb\u00fcrgerung daher zuzumuten,\u00a0 um geeignete Nachweise zu beschaffen:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Kontaktieren von Familienangeh\u00f6rigen, Verwandten oder Bekannten im Herkunftsland,<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Einschalten eines Rechtsanwalts bzw. Vertrauensanwalts im Herkunftsland,<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Aufsuchen der Auslandsvertretung des Herkunftsstaats (selber oder durch einen Anwalt)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei ist der Einb\u00fcrgerungsbewerber gehalten, eigenst\u00e4ndig die Initiative zu ergreifen, um seine Identit\u00e4t nachzuweisen, und alles ihm M\u00f6gliche und Zumutbare zu unternehmen, um die hierf\u00fcr erforderlichen Beweismittel beizubringen.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"962\" height=\"457\" class=\"alignnone size-full wp-image-6947 alignright\" src=\"https:\/\/www.mth-partner.de\/wp-content\/uploads\/Stufenpruefung_Identitaet.png\" alt=\"BVerwG Identit\u00e4spr\u00fcfung\" srcset=\"https:\/\/www.mth-partner.de\/wp-content\/uploads\/Stufenpruefung_Identitaet.png 962w, https:\/\/www.mth-partner.de\/wp-content\/uploads\/Stufenpruefung_Identitaet-600x285.png 600w, https:\/\/www.mth-partner.de\/wp-content\/uploads\/Stufenpruefung_Identitaet-250x119.png 250w, https:\/\/www.mth-partner.de\/wp-content\/uploads\/Stufenpruefung_Identitaet-700x333.png 700w, https:\/\/www.mth-partner.de\/wp-content\/uploads\/Stufenpruefung_Identitaet-768x365.png 768w, https:\/\/www.mth-partner.de\/wp-content\/uploads\/Stufenpruefung_Identitaet-120x57.png 120w\" sizes=\"(max-width: 962px) 100vw, 962px\" \/><\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Sachverhalt_des_gerichtlichen_Verfahrens\"><\/span>Sachverhalt des gerichtlichen Verfahrens:<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die Kl\u00e4gerin in diesem Fall war chinesische Staatsangeh\u00f6rige tibetischer Volks- und buddhistischer Glaubenszugeh\u00f6rigkeit. Sie begehrte die Einb\u00fcrgerung in den deutschen Staatsverband.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Klagerin_war_Anfang_2009_ohne_Ausweis_in_das_Bundesgebiet_eingereist\"><\/span>Kl\u00e4gerin war Anfang 2009 ohne Ausweis in das Bundesgebiet eingereist<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Sie reiste Anfang 2009 in das Bundesgebiet ein. Zur Begr\u00fcndung eines im M\u00e4rz 2009 gestellten Asylantrags trug sie im Kern vor, sie habe in Tibet in einem Nonnenkloster gelebt, in dem sie im Alter von etwa f\u00fcnf Jahren Aufnahme gefunden habe. Sie besitzt seitdem keine Familie mehr. Als Name f\u00fchre sie ihren Ordinationsnamen, da sie ihren Geburtsnamen nicht kenne. Ihr Geburtsdatum sei von den Nonnen gesch\u00e4tzt worden. Es existiere nur ein Nonnenausweis, da sie nie einen Personalausweis besessen habe. Ob sie in China offiziell registriert sei, wisse sie nicht.<\/p>\n<p>Ende Juli 2010 lehnte das BAMF den Antrag ab, da die Identit\u00e4t der Kl\u00e4gerin nicht eindeutig gekl\u00e4rt werden k\u00f6nne. Im asylgerichtlichen Verfahren reichte die Kl\u00e4gerin eine Best\u00e4tigung des Nonnenklosters ein, der zufolge sie &#8222;von klein auf in dem Kloster ordiniert&#8220; worden und als Nonne im Register des Klosters eingetragen sei. Im M\u00e4rz 2012 verpflichtete das Verwaltungsgericht Stuttgart die Bundesrepublik zur Feststellung, dass in der Kl\u00e4gerin die Voraussetzungen des \u00a7\u00a060 Abs.\u00a01 AufenthG in Bezug auf die Volksrepublik China vorl\u00e4gen. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte es unter anderem aus, die Herkunft der Kl\u00e4gerin aus China erscheine ihm hinreichend bewiesen.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Trotz_fehlender_Identitatsnachweise_hatte_die_Klagerin_Fluchtlingsstatus_erhalten\"><\/span>Trotz fehlender Identit\u00e4tsnachweise hatte die Kl\u00e4gerin Fl\u00fcchtlingsstatus erhalten<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Daraufhin stellte das BAMF im Mai 2012 fest, dass die Voraussetzungen f\u00fcr die Zuerkennung der Fl\u00fcchtlingseigenschaft in Bezug auf die Volksrepublik China vorliegen. In den der Kl\u00e4gerin ausgestellten Reiseausweis f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge wurde der Hinweis eingetragen, dass die Personendaten auf ihren eigenen Angaben beruhten.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Klagerin_beantragte_Einburgerung_unter_Hinnahme_der_Mehrstaatigkeit\"><\/span>Kl\u00e4gerin beantragte Einb\u00fcrgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Ende September 2016 beantragte die Kl\u00e4gerin ihre Einb\u00fcrgerung in den deutschen Staatsverband unter Hinnahme ihrer Mehrstaatigkeit. Sie reichte in Erg\u00e4nzung der bereits im Asylverfahren eingereichten Klosterbescheinigung eine Geburtsbest\u00e4tigung des &#8222;The Tibet Bureau, Office of the Representative of H. H. the Dalai Lama&#8220; sowie eine Best\u00e4tigung ihrer Personalangaben durch den Verein der Tibeter in Deutschland e.V. ein. Im Verwaltungsverfahren gab sie an, sie sei im Alter von drei bis f\u00fcnf Jahren in das Kloster aufgenommen worden. Die Klostermutter habe ihr sp\u00e4ter erz\u00e4hlt, ihre Eltern seien politisch aktiv gewesen und inhaftiert worden. Es sei aussichtslos, etwas \u00fcber diese zu erfahren. Antrag und Widerspruch blieben ohne Erfolg. Im Klageverfahren hat die Kl\u00e4gerin unter anderem ausgef\u00fchrt, im Alter von zw\u00f6lf oder dreizehn Jahren von einer Nonne des Klosters erfahren zu haben, dass sie als Kleinkind in einem Korb liegend vor der Klostert\u00fcr abgelegt worden sei.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Verwaltungsgericht_weist_Klage_ab_da_Identitat_weder_geklart_noch_aufklarbar_sei\"><\/span>Verwaltungsgericht weist Klage ab, da Identit\u00e4t weder gekl\u00e4rt noch aufkl\u00e4rbar sei<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Das Verwaltungsgericht hat ihre Klage abgewiesen. Eine Einb\u00fcrgerung der Kl\u00e4gerin in den deutschen Staatsverband nach Ma\u00dfgabe sowohl des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 StAG als auch des \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 StAG scheide aus, da ihre Identit\u00e4t weder gekl\u00e4rt noch aufkl\u00e4rbar sei. Gef\u00fchrt werden k\u00f6nne der Nachweis der Identit\u00e4t nur durch einen anerkannten ausl\u00e4ndischen Pass oder Passersatz oder durch sonstige amtliche Urkunden. Solche Dokumente liegen nicht vor.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Klagerin_reicht_Sprungrevision_zum_Bundesverwaltungsgericht_wegen_Verletzung_von_Bundesrecht_ein\"><\/span>Kl\u00e4gerin reicht Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht wegen Verletzung von Bundesrecht ein<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Zur Begr\u00fcndung ihrer Sprungrevision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin die Verletzung von Bundesrecht. \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 StAG versto\u00dfe gegen den Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit, gegen Art.\u00a020 GG i.V.m. Art.\u00a0116 und Art.\u00a03 GG, gegen Art.\u00a08 und Art.\u00a014 EMRK und gegen Art.\u00a034 GFK. Bei Einb\u00fcrgerungsbewerbern, deren Identit\u00e4tskl\u00e4rung von vornherein nicht m\u00f6glich oder ausgeschlossen sei und welche alle erforderlichen zumutbaren Anstrengungen zur Identit\u00e4tskl\u00e4rung erfolglos unternommen h\u00e4tten, sei entweder von der Kl\u00e4rung der Identit\u00e4t abzusehen oder eine Nachweisf\u00fchrung auch durch nichtamtliche Dokumente zuzulassen. Ihre Identit\u00e4t sei auf der Grundlage der vorlegten Best\u00e4tigungen gekl\u00e4rt und eine weitere Kl\u00e4rung ihrer Identit\u00e4t sei weder m\u00f6glich noch zumutbar. Insbesondere sei es ihr nicht zumutbar, einen chinesischen Reisepass zu beantragen, da ein solcher Kontakt f\u00fcr sie und noch in Tibet lebende Verwandte und die Nonnen des Klosters eine weitere Gef\u00e4hrdung bedeute.<\/p>\n<p>Der Beklagte verteidigt das angefochtene Urteil, da die Identit\u00e4t nicht allein durch ein amtliches Ausweisdokument mit Lichtbild, sondern durch anderweitig geeignete Dokumente nachgewiesen werden k\u00f6nne. Zu solchen seien indes nicht durch private Stellen erstellte Bescheinigungen zu rechnen, die die Identit\u00e4t pauschal best\u00e4tigten, ohne dass sich nachvollziehen lasse, wie die Identit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft worden sei.<\/p>\n<p>Der Vertreter des Bundesinteresses beim Bundesverwaltungsgericht beteiligt sich an dem Verfahren. Die Identit\u00e4t k\u00f6nne durch einen Nationalpass oder ein anderes amtliches Identit\u00e4tsdokument mit Lichtbild, gegebenenfalls auch durch andere geeignete Dokumente aus dem Herkunftsstaat ohne biometrische Merkmale nachgewiesen werden. Fl\u00fcchtlingen sei es m\u00f6glich und zumutbar, sich an Familienangeh\u00f6rige, Verwandte oder Bekannte im Herkunftsland zu wenden, einen Rechts- oder Vertrauensanwalt im Herkunftsland einzuschalten oder dessen Auslandsvertretung im Bundesgebiet zu kontaktieren, um geeignete Nachweise zu beschaffen.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Urteil_des_Bundesverwaltungsgerichts\"><\/span>Urteil des Bundesverwaltungsgerichts:<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Bundesverwaltungsgericht_sieht_Verletzung_von_Bundesrecht_als_gegeben_an\"><\/span>Bundesverwaltungsgericht sieht Verletzung von Bundesrecht als gegeben an<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Die Sprungrevision der Kl\u00e4gerin hat Erfolg. Das Urteil des Verwaltungsgerichts verletzt Bundesrecht (\u00a7\u00a0137 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 VwGO), soweit dieses annimmt, der Nachweis der Identit\u00e4t im Sinne des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 StAG und des \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 StAG k\u00f6nne nur durch einen anerkannten ausl\u00e4ndischen Pass oder Passersatz oder durch sonstige amtliche Urkunden, sofern bei deren Ausstellung auch die Richtigkeit der Verbindung von Person und Name \u00fcberpr\u00fcft wird und diese mit einem Lichtbild versehen sind, gef\u00fchrt werden. Durch Mangel hinreichender tats\u00e4chlicher Feststellungen war der Rechtsstreit an das Verwaltungsgericht zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur\u00fcckzuverweisen (\u00a7\u00a0144 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 VwGO).<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Ausreichende_Klarung_der_Identitat_ist_generelle_Voraussetzung_fur_die_Einburgerung\"><\/span><span style=\"color: #000000;\">Ausreichende Kl\u00e4rung der Identit\u00e4t ist generelle Voraussetzung f\u00fcr die Einb\u00fcrgerung<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 StAG und \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 StAG setzt die Einb\u00fcrgerung in den deutschen Staatsverband voraus, dass die Identit\u00e4t des Ausl\u00e4nders gekl\u00e4rt ist. Der Gesetzgeber hat damit die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts aufgegriffen, nach der es bereits zuvor zwingende Voraussetzung einer Anspruchseinb\u00fcrgerung nach \u00a7\u00a010 StAG war, dass die Identit\u00e4t des Einb\u00fcrgerungsbewerbers gekl\u00e4rt ist (BVerwG, Urteil 1.9.2011, 5\u00a0C\u00a027.10).<\/p>\n<p>Die Identit\u00e4tskl\u00e4rung dient gewichtigen sicherheitsrechtlichen Belangen der Bundesrepublik Deutschland und ist Ausgangspunkt f\u00fcr die Pr\u00fcfung weiterer Einb\u00fcrgerungsmerkmale. Zugleich muss die Erf\u00fcllung der strengen Anforderungen an den Nachweis der Identit\u00e4t einem bis zur Grenze der objektiven M\u00f6glichkeit und subjektiven Zumutbarkeit mitwirkenden Einb\u00fcrgerungsbewerber auch dann objektiv m\u00f6glich sein, wenn sich dieser in einer unverschuldeten Beweisnot befindet. Die mit dem Erfordernis der Identit\u00e4tskl\u00e4rung verbundenen sicherheitsrechtlichen Belange und das Recht des Einb\u00fcrgerungsbewerbers, eine Kl\u00e4rung seiner Identit\u00e4t bewirken zu k\u00f6nnen, sind im Rahmen einer gestuften Pr\u00fcfung einem angemessenen Ausgleich zuzuf\u00fchren. Eine solche gestufte Pr\u00fcfung gen\u00fcgt den Anforderungen aus h\u00f6herrangigem Recht.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Identitatsklarung_dient_unter_Anderem_dazu_gefalschte_Identitaten_zu_verhindern\"><\/span>Identit\u00e4tskl\u00e4rung dient unter Anderem dazu, gef\u00e4lschte Identit\u00e4ten zu verhindern<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Mit dem Erfordernis der Identit\u00e4tskl\u00e4rung verfolgt der Gesetzgeber im Staatsangeh\u00f6rigkeitsrecht eine sicherheitsrechtliche Zielsetzung. Die identit\u00e4tsrelevanten Personalien sind Grundlage f\u00fcr die Pr\u00fcfung des Vorliegens einer Reihe weiterer Einb\u00fcrgerungsmerkmale. Mit dem Wirksamwerden der Einb\u00fcrgerung (vgl. \u00a7\u00a016 Satz\u00a01 StAG) wird einer bestimmten Person mit einer in der Einb\u00fcrgerungsurkunde festgehaltenen Identit\u00e4t konstitutiv eine neue Staatsangeh\u00f6rigkeit verliehen. Das \u00f6ffentliche Interesse daran zu verhindern, dass einer Person eine vollkommen neue Identit\u00e4t oder eine zus\u00e4tzliche Alias-Identit\u00e4t verschafft und ihr dadurch die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet wird, im Rechtsverkehr mit mehreren unterschiedlichen Identit\u00e4ten und amtlichen Ausweispapieren aufzutreten, gebietet es, die identit\u00e4tsrelevanten Personalien einer sorgf\u00e4ltigen \u00dcberpr\u00fcfung mit dem Ziel einer Richtigkeitsgew\u00e4hr zu unterziehen (BVerwG, 1.9.2011, 5\u00a0C\u00a027.10).<\/p>\n<p>Die Feststellung der Identit\u00e4t des Ausl\u00e4nders ist zudem Ausgangs- und Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr die Pr\u00fcfung des Vorliegens einer Reihe von Einb\u00fcrgerungsvoraussetzungen. Zum einen stellt sie einen regelm\u00e4\u00dfig unverzichtbaren Teil der in \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a04 StAG vorgesehenen Statuspr\u00fcfung dar. Zum anderen bildet die Identit\u00e4tspr\u00fcfung auch eine notwendige Voraussetzung der in \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a05 i.V.m. \u00a7\u00a012a StAG und \u00a7\u00a011 StAG vorgesehenen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung (BVerwG, Urteil 1.9.2011, 5\u00a0C\u00a027.10)<a href=\"https:\/\/www.bverwg.de\/010911U5C27.10.0\">.<\/a><\/p>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr die Kl\u00e4rung der Identit\u00e4t m\u00fcssen so ausgestaltet sein, dass es bis zur Grenze der objektiven M\u00f6glichkeit und subjektiven Zumutbarkeit mitwirkenden Einb\u00fcrgerungsbewerbern auch dann m\u00f6glich bleibt, ihre Identit\u00e4t nachzuweisen, wenn sie sich in einer Beweisnot befinden.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Das_grundrechtlich_geschutzte_allgemeine_Personlichkeitsrecht_gebietet_aber_eine_Einschrankung_der_Pflicht_zur_Identitatsklarung\"><\/span>Das grundrechtlich gesch\u00fctzte allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht gebietet aber eine Einschr\u00e4nkung der Pflicht zur Identit\u00e4tskl\u00e4rung<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Unter dem Gesichtspunkt eines zukunftsgerichteten Entfaltungsschutzes (vgl. BVerfG, Urteil 5.6.1973, 1 BvR 536\/72) als Grundbedingung menschlicher Pers\u00f6nlichkeit gebietet es das in Art.\u00a02 Abs.\u00a01 i.V.m. Art.\u00a01 Abs.\u00a01 GG verankerte allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht, dass Einb\u00fcrgerungsbewerber, die sich dauerhaft in Deutschland aufhalten werden, eine realistische Chance auf Kl\u00e4rung ihrer Identit\u00e4t haben m\u00fcssen. Dies ist bei der Auslegung und Anwendung des Merkmals der Identit\u00e4tskl\u00e4rung im Sinne des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 StAG und \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 StAG zu ber\u00fccksichtigen, weil die erstrebte deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit die rechtliche Voraussetzung f\u00fcr den staatsb\u00fcrgerlichen Status ist, der neben Pflichten auch grundlegende demokratische Rechte vermittelt und so die Kongruenz zwischen den dauerhaft einer bestimmten staatlichen Herrschaft Unterworfenen und den Inhabern demokratischer politischer Rechte herstellt (BVerfG, Urteil 31.10.1990, 2 BvF 2\/89).<\/p>\n<p>Die \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 StAG und \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 StAG zugrunde liegenden sicherheitsrechtlichen Belange der Bundesrepublik Deutschland und das grundrechtlich gesch\u00fctzte Recht des Einb\u00fcrgerungsbewerbers, eine Kl\u00e4rung seiner Identit\u00e4t bewirken zu k\u00f6nnen, sind im Rahmen einer gestuften Pr\u00fcfung einem angemessenen Ausgleich zuzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Den Nachweis seiner Identit\u00e4t hat der Einb\u00fcrgerungsbewerber in der Regel durch Vorlage eines Passes, hilfsweise auch durch einen anerkannten Passersatz oder ein anderes amtliches Identit\u00e4tsdokument mit Lichtbild zu erbringen. Besitzt er ein solches amtliches Identit\u00e4tsdokument nicht und ist ihm dessen Erlangung objektiv nicht m\u00f6glich oder subjektiv nicht zumutbar, so kann er seine Identit\u00e4t auch mittels anderer geeigneter amtlicher Urkunden nachweisen, bei deren Ausstellung Gegenstand der \u00dcberpr\u00fcfung auch die Richtigkeit der Verbindung von Person und Name ist, sei es, dass diese mit einem Lichtbild versehen sind, sei es, dass sie ohne ein solches ausgestellt werden.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Daher_kann_sich_der_Einburgerungsbewerber_auch_anderer_Beweismittel_als_Pass_etc_bedienen\"><\/span>Daher kann sich der Einb\u00fcrgerungsbewerber auch anderer Beweismittel als Pass, etc. bedienen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Ist der Einb\u00fcrgerungsbewerber nicht im Besitz sonstiger amtlichen Dokumente und ist ihm deren Erlangung objektiv nicht m\u00f6glich oder subjektiv nicht zumutbar, so kann sich der Ausl\u00e4nder zum Nachweis seiner Identit\u00e4t sonstiger nach \u00a7\u00a026 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 und 2 VwVfG zugelassener Beweismittel bedienen. Hierzu z\u00e4hlen insbesondere nichtamtliche Urkunden oder Dokumente, die Angaben zu seiner Person zu belegen, gegebenenfalls auch Zeugenaussagen. Eine Versicherung an Eides statt darf die Einb\u00fcrgerungsbeh\u00f6rde nach \u00a7\u00a027 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 VwVfG hingegen nicht verlangen oder abnehmen, da eine solche, abweichend von \u00a7\u00a09 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 des Personenstandsgesetzes (PStG) vom 19.\u00a0Februar 2007 zuletzt ge\u00e4ndert durch Art.\u00a088 der Verordnung vom 19.\u00a0Juni 2020, im Einb\u00fcrgerungsverfahren nicht vorgesehen ist.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Ausnahmsweise_kann_die_Identitat_auch_alleine_durch_Aussagen_des_Einburgerungsbewerbers_bewiesen_werden\"><\/span>Ausnahmsweise kann die Identit\u00e4t auch alleine durch Aussagen des Einb\u00fcrgerungsbewerbers bewiesen werden.<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Ist dem Einb\u00fcrgerungsbewerber auch ein R\u00fcckgriff auf sonstige Beweismittel im Sinne des \u00a7\u00a026 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 und 2 VwVfG objektiv nicht m\u00f6glich oder subjektiv nicht zumutbar, so kann die Identit\u00e4t des Einb\u00fcrgerungsbewerbers ausnahmsweise allein auf der Grundlage seines Vorbringens als nachgewiesen anzusehen sein, sofern die Angaben zur Person auf der Grundlage einer umfassenden W\u00fcrdigung der Umst\u00e4nde des Einzelfalles und des gesamten Vorbringens des Einb\u00fcrgerungsbewerbers zur \u00dcberzeugung der Einb\u00fcrgerungsbeh\u00f6rde feststehen.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Dafur_existiert_quasi_ein_Stufenmodell_der_Identitatsklarung\"><\/span>Daf\u00fcr existiert quasi ein Stufenmodell der Identit\u00e4tskl\u00e4rung<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>F\u00fcr die \u00dcberzeugungsbildung (\u00a7\u00a0108 VwGO) ist ein brauchbarer Grad von Gewissheit erforderlich, der Zweifeln Schweigen gebietet, ohne diese v\u00f6llig auszuschlie\u00dfen (vgl. BVerwG, Urteil 16.4.1985, 9\u00a0C\u00a0109.84). Die zu ber\u00fccksichtigenden Beweismittel m\u00fcssen hierf\u00fcr jeweils in sich stimmig sein und auch bei einer Gesamtbetrachtung im Einklang mit den Angaben des Einb\u00fcrgerungsbewerbers zu seiner Person und \u00fcbrigen Vorbringen stehen.<\/p>\n<p>Ein \u00dcbergang von einer Stufe zu einer nachgelagerten Stufe ist nur zul\u00e4ssig, wenn es dem Einb\u00fcrgerungsbewerber trotz hinreichender Mitwirkung nicht gelingt, den Nachweis seiner Identit\u00e4t zu f\u00fchren. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a024 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 VwVfG beziehungsweise, im verwaltungsgerichtlichen Verfahren, \u00a7\u00a086 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 VwGO gilt auch in Bezug auf das Erfordernis der Kl\u00e4rung der Identit\u00e4t der Untersuchungsgrundsatz. Dieser wird indes infolge des Umstands, dass die Identit\u00e4t die Sph\u00e4re des Einb\u00fcrgerungsbewerbers unmittelbar ber\u00fchrt, durch dessen verfahrensrechtliche Mitwirkungslast eingeschr\u00e4nkt. W\u00e4hrend die Einb\u00fcrgerungsbeh\u00f6rde insoweit prim\u00e4r eine Hinweis- und Ansto\u00dfpflicht trifft, unterliegt der Einb\u00fcrgerungsbewerber gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a037 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 StAG i.V.m. \u00a7\u00a082 Abs.\u00a01 AufenthG im Hinblick auf die Kl\u00e4rung seiner Identit\u00e4t einer umfassenden, bis zur Grenze der objektiven M\u00f6glichkeit und subjektiven Zumutbarkeit reichenden Initiativ- und Mitwirkungsobliegenheit. Er ist gehalten, eigenst\u00e4ndig die Initiative zu ergreifen, um seine Identit\u00e4t nachzuweisen, und alles ihm M\u00f6gliche und Zumutbare zu unternehmen, um die erforderlichen Beweismittel beizubringen. Gen\u00fcgt er dieser Pflicht nicht oder nicht in dem geschuldeten Umfang, so ist dem im Rahmen der Beweisw\u00fcrdigung Rechnung zu tragen. Erweisen sich von ihm eingereichte Beweismittel als gef\u00e4lscht oder zwar als echt, aber als inhaltlich unrichtig, so ist auch dies im Rahmen der Beweisw\u00fcrdigung mit Gewicht zu seinen Lasten zu ber\u00fccksichtigen. K\u00f6nnen verbleibende Zweifel an der Richtigkeit der angegebenen Personalien nicht ausger\u00e4umt werden, so tr\u00e4gt der Einb\u00fcrgerungsbewerber die diesbez\u00fcgliche Feststellungslast (BVerwG, Urteil 1.9. 2011, 5\u00a0C\u00a027.10).<\/p>\n<p>Dieses Modell einer gestuften Pr\u00fcfung der Identit\u00e4t des Einb\u00fcrgerungsbewerbers wird den Anforderungen h\u00f6herrangigen Rechts, insbesondere aus Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG und aus Art.\u00a034 GFK, gerecht.<\/p>\n<p>Das Stufenmodell tr\u00e4gt dem allgemeinen Gleichheitssatz des Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG angemessen Rechnung. Dieser gibt dem Normgeber auf, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln. Er gilt sowohl f\u00fcr ungleiche Belastungen als auch f\u00fcr ungleiche Beg\u00fcnstigungen und steht auch einem gleichheitswidrigen Beg\u00fcnstigungsausschluss entgegen, bei dem eine Beg\u00fcnstigung einem Personenkreis gew\u00e4hrt, einem anderen Personenkreis aber vorenthalten wird. Dabei verwehrt Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG dem Gesetzgeber nicht jede Differenzierung. Eine solche bedarf jedoch stets der Rechtfertigung durch sachliche Gr\u00fcnde, die dem Differenzierungsziel und dem Ausma\u00df der Ungleichbehandlung angemessen sind.<\/p>\n<p>Nach dem Stufenmodell werden Einb\u00fcrgerungsbewerber, die sich unverschuldet in einer Beweisnot befinden, nicht ohne hinreichende Sachgr\u00fcnde schlechter behandelt als Einb\u00fcrgerungsbewerber, die einer solchen Beschr\u00e4nkung in ihrer Nachweisf\u00fchrung nicht unterliegen. Denn auch ersteren bleibt die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, das Gebot der Identit\u00e4tskl\u00e4rung zu erf\u00fcllen, ohne dass ihnen Unm\u00f6gliches oder Unzumutbares hierf\u00fcr abverlangt wird.<\/p>\n<p>Das Stufenmodell stellt sicher, dass die \u00f6ffentlichen Interessen und die Beweisnot schutzberechtigter Fl\u00fcchtlinge einem angemessenen Ausgleich zugef\u00fchrt werden und diesen eine realistische Chance verbleibt, ihre Identit\u00e4t nachzuweisen.<\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Zuruckverweisung_aus_Mangel_an_tatrichterlichen_Feststellungen\"><\/span>Zur\u00fcckverweisung aus Mangel an tatrichterlichen Feststellungen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Durch Mangel an hinreichenden tatrichterlichen Feststellungen ist dem Senat eine Beurteilung, ob sich das angegriffene Urteil aus anderen Gr\u00fcnden als richtig darstellt (\u00a7\u00a0144 Abs.\u00a04 VwGO), ebenso wenig m\u00f6glich wie eine abschlie\u00dfende Entscheidung zugunsten der Kl\u00e4gerin (\u00a7\u00a0144 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 VwGO).<\/p>\n<p>Die Zur\u00fcckverweisung nach \u00a7\u00a0144 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 VwGO ist erforderlich, um dem Verwaltungsgericht Gelegenheit zu geben, die individuelle Beurteilung des Merkmals der gekl\u00e4rten Identit\u00e4t auf eine hinreichende Tatsachengrundlage zu stellen. Dieses wird unter anderem dar\u00fcber zu befinden haben, ob weitere erfolgversprechende Aufkl\u00e4rungsma\u00dfnahmen in Betracht kommen und welche Mitwirkung der Kl\u00e4gerin insoweit zumutbar abverlangt werden kann. Dabei k\u00f6nnte auch die M\u00f6glichkeit in den Blick zu nehmen sein, dass die Kl\u00e4gerin in China unter ihrem Klosternamen amtlich registriert sein k\u00f6nnte. F\u00fcr den Fall, dass das Verwaltungsgericht wiederum zu der Einsch\u00e4tzung gelangen sollte, dass es der Kl\u00e4gerin unm\u00f6glich oder unzumutbar ist, ein Identit\u00e4tsdokument oder andere geeignete amtliche Urkunden einzureichen, wird es die von der Kl\u00e4gerin zum Nachweis ihrer Identit\u00e4t vorgelegten Best\u00e4tigungen des &#8222;Klosters [&#8230;]&#8220;, des Verwaltungsb\u00fcros des &#8222;The Tibet Bureau, [&#8230;]&#8220; und des Vereins der Tibeter in Deutschland e.V. einer tatrichterlichen W\u00fcrdigung zu unterziehen und gegebenenfalls zu pr\u00fcfen haben, ob der Kl\u00e4gerin aufzugeben ist, sonstige nichtamtliche Urkunden oder Dokumente, die geeignet sind, die Angaben zu ihrer Person zu belegen, beizubringen. Sollten die eingereichten Best\u00e4tigungen zur Kl\u00e4rung der Identit\u00e4t der Kl\u00e4gerin nicht zureichen und dieser ein R\u00fcckgriff auf sonstige Beweismittel im Sinne des \u00a7\u00a026 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 und 2 VwVfG objektiv nicht m\u00f6glich oder subjektiv nicht zumutbar sein, so w\u00e4re zu pr\u00fcfen, ob deren Identit\u00e4t entscheidend auf der Grundlage ihrer Angaben zu ihrer Person als gekl\u00e4rt angesehen werden kann.<\/p>\n<p>Quelle: Bundesverwaltungsgericht<\/p>\n<p><strong>Wichtiger Hinweis:<\/strong>\u00a0Der Inhalt dieses Beitrages ist nach bestem Wissen und Kenntnisstand erstellt worden. Die Komplexit\u00e4t und der st\u00e4ndige Wandel der behandelten Materie machen es jedoch erforderlich, Haftung und Gew\u00e4hr auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wenn Sie rechtliche Beratung ben\u00f6tigen, rufen Sie uns unverbindlich unter der Rufnummer\u00a0<strong>0221 \u2013 80187670<\/strong>\u00a0an oder schicken uns eine Email an\u00a0<strong>info@mth-partner.de<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mth-partner.de\/leistungen-rechtsanwalt-koeln\/auslaenderrecht\/\">Rechtsanw\u00e4lte in K\u00f6ln beraten und vertreten Mandanten bundesweit im Ausl\u00e4nderrecht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Only in absolutely exceptional cases can proof be attempted as an alternative by means of the applicant's own declaration, i.e. a declaration under oath. 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